Die Anlage zu Haarausfall wird genauso vererbt wie etwa die Augenfarbe. Man spricht in diesem Fall daher von "anlagebedingtem Haarausfall" oder "erblich-hormonell bedingtem Haarausfall", in der Fachsprache auch "androgenetische Alopezie" genannt. 75 Prozent aller Männer leiden im Laufe ihres Lebens unter einem mehr oder weniger ausgeprägten erblich-bedingten Haarausfall.
Die androgenetische Alopezie stellt mit über 90 Prozent die weitaus häufigste Ursache von Haarausfall beim Mann dar. Rund 20% aller 20-jährigen und 50% aller 50-jährigen Männer sind in sichtbarer Weise betroffen. Mit 80 Jahren weisen über 80% der Männer eine androgenetische Alopezie auf.
Beim erblich bedingten Haarausfall reagieren die Haarzellen überempfindlich auf die männlichen Geschlechtshormone, die so genannten Androgene. Die hauchdünnen, feinen Blutgefässe, welche die Haarfollikel versorgen, bilden sich zurück und das in Zyklen ablaufende Haarwachstum wird gestört. Als Folge werden die Haarzellen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt.
Dadurch wird die Wachstumsphase des Haarfollikels immer kürzer und der Übergang von der Wachstums- zur Ruhephase verläuft schneller. Durch die verkürzte Wachstumsphase wird ein immer dünneres und kürzeres Haar vom Haarfollikel gebildet, später nur noch feines und unpigmentiertes Flaumhaar, bis letztlich der Follikel abstirbt und gar kein neues Haar mehr gebildet wird.

Man unterscheidet drei Hauptabstufungen. Typischerweise kündigt sich die androgenetische Alopezie beim Mann mit sogenannten "Geheimratsecken" an. Im zweiten Stadium bildet sich zusätzlich eine kahle Stelle am Hinterkopf, bis es im fortgeschrittenen, dritten Stadium zur typisch männlichen Glatzenbildung kommt.


