Der obere Teil der Haare ragt aus der Haut heraus, der andere Teil steckt in der Haut. Sichtbar sind Haarschaft und Haarspitze, verdeckt sind Haarwurzel und Haarzwiebel, die gemeinsam den Haarfollikel bilden.

Ein Haar ist wesentlich komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Das sichtbare Haar ist nur das Produkt einer kleinen Wachstumsfabrik, dem Haarfollikel, der in die Haut eingelagert ist. Das Haarwachstum ist in drei Phasen unterteilt. In der aktiven Wachstumsphase (Anagenphase), die zwei bis sechs Jahre dauert, befindet sich die Haarzellteilung im Maximum. In der circa zweiwöchigen Übergangsphase (Katagenphase) hört das Haar auf zu wachsen und der Haarfollikel bildet sich zurück. Am Ende der im Durchschnitt drei Monate dauernden Ruhephase (Telogenphase) beginnt der gleiche Haarfollikel mit dem Aufbau eines neuen Haares. Dieses schiebt das "alte" Haar in Richtung Kopfhautoberfläche bis es ausfällt. Das in Kürze sichtbare neue Haar wird über zwei bis sechs Jahre weiter wachsen.
Im Gegensatz zu manchen Tieren sind Haarwachstum und Haarausfall beim Menschen nicht gleichgeschaltet. Die einzelnen Haare befinden sich also in unterschiedlichen Lebensphasen. Da so viele Haare auf dem Kopf wachsen, sind die Lebensphasen der einzelnen Haare nicht sichtbar.

Der Haarfollikel gehört zu dem Aktivsten, was unser Körper zu bieten hat. Er braucht eine gute Blutversorgung, denn ohne Nährstoffe wächst kein Haar: Sie gelangen über ein Netz feiner, geschlungener Blutgefässe zu den Zellen im Haarfollikel.
