
Die Grenzen zwischen normalem und übermässigem Haarausfall sind fliessend. Es kann durchaus normal sein, 40 bis 100 Haare am Tag zu verlieren. Von übermässigem Haarausfall spricht man erst, wenn über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare ausgehen.
Der Haarausfall startet meist im Bereich der Stirn und des Scheitels. Im Alter schreitet der Haarausfall kontinuierlich fort. Es kommt zu den bekannten "Geheimratsecken". Im weiteren Verlauf verbinden sich die haarfreien Zonen, so dass allmählich eine Glatze entsteht.
Am meisten verbreitet ist bei Männern der erblich-hormonell bedingte Haarausfall, der in der Fachsprache auch androgenetische Alopezie genannt wird. Die Haarwurzeln reagieren dabei überempfindlich gegen bestimmte männliche Sexualhormone. Und diese Anlage wird vererbt. 75 Prozent der Männer werden im Laufe ihres Lebens von einem mehr oder weniger ausgeprägten androgenetisch-bedingten Haarausfall betroffen sein.
Mehr zum erblich bedingten Haarausfall

Von diffusem Haarausfall spricht man bei einer diffusen Lichtung der gesamten Kopfhaare. Das Haarwachstum reagiert sehr sensibel auf verschiedenste Faktoren und Umwelteinflüsse. Stresssituationen, Krankheit, Medikamente, Umgang mit giftigen Substanzen, falsche oder mangelhafte Ernährung, hormonelle Veränderungen und vieles mehr können vorübergehend diffusen Haarausfall auslösen. Die Ursache auszumachen ist nicht immer einfach. Ist sie jedoch einmal gefunden und entsprechend behandelt, normalisiert sich das Haarwachstum nach Beendigung der Störung.

Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) ist eine entzündliche Haarausfallerkrankung. Er kann in jedem Alter auftreten, zeigt sich aber besonders im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt. Die Ursache für diese Form von Haarausfall ist nicht eindeutig geklärt. Eine mögliche Erklärung lautet, dass sich Immunzellen, die ursprünglich Viren und Bakterien abwehren sollen, gegen die Zellen in den Haarwurzeln richten. Bei vielen Menschen wachsen diese kahlen Flecken oft auch ohne Behandlung wieder zu.